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Leopold Figl und das Jahr 1945

Helmut Wohnout

  Jahrbuch Demokratie und Geschichte

 Erscheint am 30. April 2015.

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75 Jahre Rosenkranzfest


 

Jahrbuch

Jahrbuch Demokratie und Geschichte

Opferdatenbank

Mit der online abrufbaren Opferdatenbank, entstanden aus einem gemeinsamen Forschungsprojekt des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes (DÖW) und des Karl von Vogelsang-Instituts, werden die Namen von rund 8.000 getöteten Männern und Frauen, die während der NS-Zeit zu Opfern der politischen Verfolgung wurden, erstmals dokumentiert und der Forschung zugänglich gemacht. Weiterlesen>>

Leopold Figl - Für Österreich

 
 

Leopold Figl

Geb. 2. Oktober 1902 in Rust im Tullnerfeld (NÖ)
Gest. 9. Mai 1965 in Wien, Agraringenieur und Politiker.

Aus einer Bauernfamilie stammend, besuchte Figl das Gymnasium in St. Pölten. Gemeinsam mit Julius Raab gründete er die katholische Mittelschulverbindung Nibelungia und an der Universität für Bodenkultur in Wien, an der er zu studieren begonnen hatte, schloß er sich dem Cartellverband (CV) an.

Ab Mai 1927 war er bereits als Sekretär des nö. Bauerbundes tätig. 1931 wurde er zum Direktorstellvertreter  des nö. Bauernbundes bestellt, 1932 Führer der nö. Sturmscharen, 1933 schließlich Direktor des nö. Bauernbundes.
In den Jahren 1934 bis 1938 vertrat er die bäuerlichen Interessen im Bundeswirtschaftsrat.
Bereits am 12. März 1938 wurde Figl von den Nationalsozialisten verhaftet und kam mit dem sogenannten „Prominententransport“ in das KZ Dachau, von dort in das KZ Flossenbürg. Im Mai 1943 wurde er schließlich entlassen. Er fand mit Hilfe seines Freundes Julius Raab einen Arbeitsplatz in einem technischen Planungsbüro. Anläßlich des Attentates auf Adolf Hitler im Juli 1944 wurde Figl neuerlich inhaftiert und konnte erst am 6. April 1945 aus der Todeszelle des Wiener Landesgerichts befreit werden.

Unmittelbar danach setzte sich Figl mit Gesinnungsgenossen in Verbindung und war Mitbegründer der Österreichischen Volkspartei. Zunächst mit der Lebensmittelversorgung der Stadt Wien beauftragt, war er von April bis Oktober 1945 nö. Landeshauptmann. Nach der Nationalratswahl im November 1945, die der ÖVP die absolute Mehrheit brachte, wurde Figl österreichischer Bundeskanzler. Er verstand es, in den ärgsten Nöten der Nachkriegszeit der Bevölkerung Mut zu machen und sich auch mit persönlicher Courage der alliierten Allmacht, insbesondere aber der sowjetischen Willkür, widersetzten.
1953 löste ihn Julius Raab als Bundeskanzler ab und Figl übernahm das außenpolitische Ressort. So war es ihm vergönnt, am 15. Mai 1955 namens der österreichischen Bundesregierung den Staatsvertrag zu unterzeichnen. Nach seinem Ausscheiden aus dem Außenministerium 1959 wurde er Erster Präsident des Nationalrates, dem er seit 1945 angehörte.
Im Jahre 1962 kehrte Figl nach Niederösterreich als Landeshauptmann zurück.

 

Call for Papers

Civitas Conference, October 2017/Milano
„Christian Democracy and Labour after World War II“

Neuerscheinung

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